Montag, 30 Mär 2020
 
 
In vitro Diagnostika: Ein Markt mit Zukunft

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Das Wissen um den Markt und die Konkurrenz: Gute Recherchen geben den Zugang

Die Kenntnis um den Markt, seine Größe, Wachstumspotenzial und Segmentierung sind neben dem Wissen um die Mitbewerber und deren strategische Ausrichtung entscheidend für die eigene Projektsteuerung sowie eine fundierte Businessplanung. Darüber hinaus gilt es im IVD Bereich und der Medizintechnik die notwendigen regulatorischen Hürden zu nehmen, die dem Vertrieb von Produkten zur Patienten- und Verbrauchersicherheit vorgeschaltet sind.

Inwitec unterstützt bei Recherchen und Analysen von Marktdaten, Zulassungsbedingungen aber auch bei der Klärung wissenschaftlicher Sachverhalte und fördert so eine erfolgreiche Etablierung von neuen Produkten am Markt und das damit verbundene Wachstum.

In vitro Diagnostika: Marktsegmente & Wachstumsraten

Der lateinische Zusatz in vitro (lat. im Glas) bezeichnet Untersuchungsmethoden, bei denen entnommene Proben, wie Blut und andere Körperflüssigkeiten, Zellen oder Gewebe außerhalb eines Organismus auf bestimmte Substanzen untersucht werden. Hierunter fallen alle „stofflichen“ Analysen, die im Krankenhauslabor, in der Arztpraxis oder vom Patienten selbst (z.B. Schwangerschaftstest, Glucosemessung) durchgeführt werden.

Die in vitro diagnostischen Untersuchungsmethoden und Produkte bilden heute einen essenziellen Teil des Grundgerüstes der modernen Schulmedizin, deren breites Anwendungsfeld sich in den Marktzahlen und den Wachstumsraten wieder spiegelt.

Damit steht die Abkürzung IVD nicht nur synonym für alle in vitro diagnostischen Methoden und Produkte, sondern auch für eine potente Branche, die diesen Markt bedient.

Die Analyse der Jahresberichte börsennotierter IVD Unternehmen ergab für 2008 ein jährliches Umsatzvolumen von fast 41 Mrd. US-Dollar weltweit. Nach Angaben von Sysmex Inc. können Wachstumsraten von bis zu 10% in den einzelnen Marktsegmenten erwartet werden.


IVD-Market_2008 Abb.: A. IVD Marksegmente, Umsatzvolumen 40,990 Mrd. US$ (2008)

Die hohen Patientenzahlen und die Notwendigkeit der medizinischen Behandlung, inklusive der Analyse bestimmter Stoffwechselprodukte lassen sich auch in den aktuellen wie prognostizierten Marktzahlen ablesen. Mit einer Wachstumsrate von fast 10% ist der Diabetesmarkt eines der dynamischsten Segmente im ganzen IVD-Markt.

Die Internationale Diabetes Föderation (IDF) geht für das Jahr 2003 von 194 Millionen Diabetikern aus und schätzt eine Zunahme um 72% auf 334 Millionen bis zum Jahr 2025. In Deutschland ist mit acht Millionen Diabetikern ca. jeder 10te Bundesbürger betroffen. Viele Fachleute gehen von einer wesentlich größeren Zahl bis zum Jahr 2025 aus, da die ansteigende Anzahl der Menschen in den Risikogruppen (Adipositas), die Überalterung der Bevölkerung und eine zunehmende Urbanisier­ung von der IDF nur sehr konservativ berücksichtigt wurde.


 
Intellectual Property Rights (IPR) - ein entscheidender Faktor

Nicht nur in Menlo Park oder Silicon Valley definiert sich heute der Wert vieler Unternehmen zu einem großen Teil über das vorhandene Patentportfolio und die Abgrenzung der eigenen exklusiven Rechte gegenüber der Konkurrenz. Typische Beispiele sind sicherlich die von großen börsennotierten Unternehmen wie Johnson & Johnson (86%)*, Merck (82%)*, Nike (86%)* oder Microsoft (95%)*. Der Schutz der eigenen Technologie ist heute für Unternehmen ein entscheidendes Alleinstellungsmerkmal (USP) gegenüber der Konkurrenz oder schlicht eine Notwendigkeit um zu überleben. Die Sichtweise Patente oder IPR im allgemeinen, d.h. inklusive Marken und Designs etc. sei etwas für die „New Economy“ oder für Großkonzerne wäre grundlegend falsch, da gerade gute IP Rechte die „Schleuder des Davids“ für kleine und mittlere Unternehmen sein können.

(* Angaben nach Christopher G. Pike, Virtual Monopoly, Nicholas Brealey Publishing, 2001)

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Abb.: B. Patentanmeldungen im Vergleich zu nationalen Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Zeitraum 2003-2007

Quelle: WIPO Statistical Database und UNESCO

Die stetig steigende Zahl der Patentanmeldungen zeigt ebenfalls wie wichtig die Sicherung der exklusiven Rechte für neue Technologien bzw. Erfindungen ist und wie schnell die „freien Plätze“ in den einzelnen Technologiebereichen, insbesondere aber in neuen Technologiebereichen abnehmen. So stieg in den letzten 20 Jahren im Spezialgebiet der Nanotechnologie die Anzahl der jährlichen Patentanmeldungen von <20 auf mehr als 400 im Jahre 2008. Die Patentanmeldungen dieser Technologiesparte spiegeln sich mittlerweile im täglichen Leben wider. Hier haben zum Beispiel die Nanopartikel als Additive für Zahnpasta und antimikrobielle Nano-Beschichtungen für Lebensmittelverpackungen Einzug gehalten.

G01N_Applications_over_the_last_30_yearsAbb.: C. Patentanmeldungen im Bereich enzymatischer und mikrobieller Testsysteme und Sensoren, abgebildet über die internationalen Klassen G01N und C12Q1

Abbildung C stellt die Anzahl der jährlich eingereichten Patentanmeldungen der internationalen Klassen G01N und C12Q zwischen 1980 und 2009 dar. Die Kombination dieser beiden Klassen bilden die Untergruppe der enzymatischen und mikrobiellen Testsysteme und Sensoren ab und erlaubt einen Eindruck über die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in diesem Bereich. Diese Daten schließen viele in vitro Diagnostika ein, da hierfür Enzyme z.B. für die Blutglucosebestimmung bei Diabetikern benutzt werden.

Interessant ist der Trend der Anmeldungszahlen bei den drei bekanntesten Patentorganisationen. Dieser zeigt, wie die internationalen Patentanmeldungen (PCT) stetig an Bedeutung gewinnen. Seit 2008 übertreffen sie die europäischen wie US-amerikanischen Anmeldungen.

Definition der internationalen Patentklassen G01N und C12Q...